„Ein Pferd ohne Reiter ist immer noch ein Pferd. Ein Reiter ohne Pferd ist nur ein Mensch“
Am 26./27. Februar 2011 fand der Kurs „Funktionale Anatomie in Zusammenhang mit der Ausbildungsskala“ mit Kursleiter Jörg Bös in Kevelaer auf der Anlage von „Horsefeelings“ statt.
Nach der kurzen Vorstellrunde wurde die Absichten aller Teilnehmer schnell deutlich: Wir möchten mehr über die Anatomie und Biomechanik des Pferdes lernen, um es anatomisch korrekt zu reiten und um es lange gesund zu erhalten. Doch wie macht man das am Besten und Sinnvollsten?
Zu Beginn vermittelte Jörg Bös, auf seine sehr kompetente und wirkungsvolle Art, die Theorie, welche mit vielen Diskussionen und Denkanstößen veranschaulicht wurde.
Grundlegend wurden natürlich die ethischen Grundsätze im Reitsport besprochen, denn WIR sind für das Pferd verantwortlich.„Das Pferd sei dein zuverlässiger Freund und nicht dein Sklave.“ (Xenophons Ausbildungsgrundsatz)
Darauf folgten Ausführungen zur Anatomie und
den Bewegungsabläufe des Pferdes.
Daran schloss sich das Kapitel Ausbildung und die
Ausbildungsskala eines jeden Pferdes an, getreu dem
Grundsatz:
„Es ist die Fähigkeit das Pferd durch Güte und
logisch aufgebaute Übungen, die auf den
Naturgesetzen von Gleichgewicht und Harmonie
basieren, so auszubilden, dass es sich zufrieden und
selbstbewusst dem Willen des Reiters unterwirft, ohne
dass sein natürlicher Bewegungsablauf auf irgendeine Art darunter leidet.“
Um die Anatomie und Biomechanik zu verdeutlichen
wurde abschließend eine Exterieurbeurteilung an
einem Pferd von Sabine Stahl durchgeführt.
Wie geht man systematisch vor?
Vom Groben zum Feinen, von der Vorhand zur
Hinterhand?!
Alles wurde uns sehr anschaulich, auch später in
Bewegung, erläutert.
Trotz immer mehr aufkommenden Wissensdurst
wurde dieser Tag beendet und so startete der neue
Tag mit noch mehr Interesse und Elan in die zweite
Runde.
Nach einer offenen Gesprächsrunde, in der Jörg Bös
unsere aufgekommenen Fragen beantwortete, ging es nun an die Praxis. Nun hatte jeder Teilnehmer die Möglichkeit sein Pferd individuell betrachtet und erläutert zu bekommen. Die Bewegungsabläufe wurden analysiert und durch die Einbindung aller Kursteilnehmer, wurde es jedem ermöglich all das vorher theoretisch Erlernte auch in der Praxis erkennen zu können.
Man fühlte sich durch permanente Hilfestellungen und Korrekturen sehr gut betreut und jede Pferd-Reiter Kombination konnte schon nach kürzester Zeit Erfolge für sich verbuchen!
Es wurde mit vielen verschiedenen Pferd-Reiter Kombinationen gearbeitet, was sehr lehrreich war! Und so wurde auch wieder einmal klar, dass es in der Grundausbildung nicht das Dressurreiten, das Springreiten, das Westerreiten (…) gibt, sondern nur das Beste für das Pferd. Unter Berücksichtigung seiner funktionellen Anatomie und der Ausbildungsskala: gelingt es möglichst lange das Pferd gesund zu erhalten!
Und so muss jeder Reiter sein Pferd mit Respekt und vor
allem mit systematisch und individuell abgestimmtem
Training ausbilden und sich die wichtigsten Grundsätze
beim Reiten immer vor Augen halten,
• „genullt“ auf das Pferd gehen
• Zeit haben
• mit wenig zufrieden sein
• der denkende Reiter ist im Vorteil
• passiv ist aktiv,
denn:
„ein Pferd ohne Reiter ist immer noch ein Pferd;
ein Reiter ohne Pferd ist nur ein Mensch.“
(mongolisches Sprichwort)
Lena Gerß
